 Im vermutlichen Gründerjahr wurde hier 1907 der
Schacht 1 mit dem Malakow-Förderturm errichtet. 1923 folgte Schacht 2 mit
Stahlgerüst (bereits abgerissen) und 1938 Schacht 3 mit Betongerüst der
letzte auf Hasard. Außergewöhnlich für Bergleute sind die vielen
einzelnen Schrankfächer in den Kauen, anstelle der üblichen
freihängenden Kleiderkörbe.
An einem heißen Juli-Wochenende zog es mich zum
ersten mal nach Belgien in den Ort Cheratte um die in Schrottrobberkreisen
einschlägig bekannte Pilgerstätte, die historische Zechenanlage Hasard
Cheratte nun endlich auch mal selbst ablichten zu können. Nach einem
beschwerlichen Zugang zum Gelände, denn die seit 1997 unter Denkmalschutz
stehende Anlage ist ortsseitig vollständig gegen Besucher abgeriegelt,
kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Spuren der Arbeit auch heute
noch überall haufenweise zu finden, in form von Einrichtungsteilen,
Akten, Kleidungsstücken und natürlich Maschinen. Nur die Natur schlaft
hier nicht, Tiere und Pflanzen übernehmen langsam das Areal. In den
Werkstatthallen wurde ich sogar Augenzeuge bei der Jagd eines Falken, der
gerade einen Kleinvogel
in der Luft
erbeutet hatte, dann aber beunruhigt durch meine Anwesenheit die Beute zu
Boden fallen ließ. |