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Nach Hinweisen aus Urbexkreisen auf einen
stillgelegten ehemaligen VEB-Betrieb mit größerem gut erhaltenen
Maschineninventar ging die Reise an einem sonnigen Hochsommertag endlich
2007 dorthin. Beginnend im ehemaligen Kesselhaus ist die Stimmung zuerst
verhalten - dort wurde wie in so vielen Betrieben überwiegend alles
verwertbare Material demontiert. Der Weg weiter ins Werksinnere führt vorbei
an der ehemaligen Werkskantine in der Geschirr und Kochgeräte sowie eine
wuchtige Spülmaschine, alle an ihrem alten Platz stehen. Einzig der
ehemalige Kultur und Speisesaal wurde durch einen Brand stark in
Mitleidenschaft gezogen. Dann endlich der große Moment: Ich betrete die
erste Halle mit Pressen mittlerer Größe und bin überwältig von der Vielzahl
und Unberührtheit der Maschinen, einzig herab fallende Deckenteile und Rost
haben die Szenerie seit Produktionsende verändert. Nur eine Tür weiter kommt
es noch besser diese Halle ist voll bestückt mit Pressen gewaltiger
Größenordnungen (siehe Panorama). Alte Herstellernamen wie WUMAG
Görlitz oder PWF sind groß am Gehäuse zu lesen. Insgesamt müssen einst wohl
an die 100 Pressen hier gearbeitet haben, den Lärm & Dunst zu ehemaligen
Produktionszeiten kann man sich da gut vorzustellen. Nach langem Aufenthalt
in diesen Hallen begehen wir den letzten Teil des Werkes dem
Chemikalienlager. Noch heute lagern dort große Mengen Altchemikalien zum
Teil in aufgerissenen Säcken deren Inhalt sich in gelben und grauen Flächen
am Boden vermischt. Bei sommerlichen Temperaturen steigt ein penetranter
Geruch der ausgetretenen Phenolverbindungen in die Atemwege, die dort in
alten Metallfässern lagern. Noch Stunden nach verlassen der Anlage glaubt
man ihn noch riechen zu können. Zufrieden und voller schöner Erinnerungen
verlasse ich die Fabrik der 100 Pressen am Abend. |